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Das Klima einer Region betimmt, wo wir Menschen in ihr in größerer Zahl leben können.
Prof. Dr. Hartmut Graßl

Das Lernmodul:
Übersicht & Struktur

Kurzbeschreibung

Auf der Grundlage des Vierten Sachstandsberichtes des Intergovernmental Panel on Climate Change und in Anbindung an den Nationalen Aktionsplan der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014 entwickelt Codewalk ICT Consulting das aus fünf Lernbausteinen bestehende Modul Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule zum Klimawandel und Klimaschutz. Das Modul behandelt insgesamt über 200 Einzelthemen in über 600 Lernmaßnahmen und wird den Schulen in Nordrhein-Westfalen kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die Lernbausteine stellen die Schwerpunkte Klimasystem, Wasser, Wetter, Wald und direkte Umwelt des Menschen auf der Grundlage des Sachstandes aus Wissenschaft und Forschung, aus Wirtschaft und Gesellschaft kindgerecht dar. Das Lernmodul sensibilisiert Grundschulkinder für Belange des Klimawandels und Klimaschutzes, zeigt Gestaltungsoptionen für eigenes klimabewusstes Handeln in ihrer Lebenswirklichkeit auf und ermuntert sie, solche Optionen für eine bessere Zukunft verantwortlich wahrzunehmen.

Das Lernmodul nutzt konzeptionell, inhaltlich, methodisch und medial die besonderen Möglichkeiten der Ganztagsgrundschule. Es bietet neben der Wissensvermittlung Materialien zum Experimentieren, zum spielerischen Einüben, zum Verstehen und Gestalten, zum Darstellen und Präsentieren für Unterrichts- und Betreuungseinheiten an und stellt Anleitungen und Hilfen zur Umsetzung bereit. Federführend für die Entwicklung ist das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Inhaltlich orientieren sich die Materialien am Lehrplan Sachunterricht für Grundschulen und werden dem Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung gemäß dem Konzept der Gestaltungskompetenz der Bildung für nachhaltige Entwicklung evaluiert und qualitätsgesichert. Die sukzessive Erprobung und Einführung in die Lehr- und Unterrichtspraxis findet mit Unterstützung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen über die Kampagne Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit statt.

Das Lernmodul nutzt die methodische und mediale Bandbreite des modernen Ganztagsunterrichtes und leistet einen wichtigen Qualitätsbeitrag zur Verzahnung von Unterricht und Betreuung. Es unterstützt die Einbindung externer Institutionen und Organisationen genauso wie die Aktivierung außerschulischer Lernorte. Es geht medial weit über die Veranschaulichung von Sachverhalten hinaus und setzt speziell für das Modul auf der Basis modernster Technologien entwickelte Lernsoftware zur Darstellung, zur Reflexion, zum Experimentieren und zur Simulation ein.

Lernbausteine

Jeder der fünf Lernbausteine bearbeitet spezielle Themen des Bausteinschwerpunktes, die unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählt, mit den Lehrplaninhalten abgeglichen und entsprechend aufbereitet sind.

Die Einzelthemen folgen naturgemäß zunächst den aktuellen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie greifen im Hinblick auf anthropogene Einflussfaktoren ökonomische und sozio-ökonomische Fragestellungen auf und beleuchten auf der Grundlage gewonnener Erkenntnisse und ethischer Motive gesellschaftlich und politisch relevante Handlungsansätze. Auf diese Weise vermittelt jeder Lernbaustein inhaltlich tiefgreifend die strukturelle Breite und die inhärente Interdisziplinarität ökologisch relevanter Analysen und Schlussfolgerungen. Er stellt dabei in der geographischen Dimension globale Phänomene in Bezug zu regionalen und lokalen Ursachen und Wirkungen. Dies führt in natürlicher Weise zu Fragestellungen eigenverantwortlichen Gestaltens in der kindlichen Lebenswirklichkeit und der sie umgebenden Realität (Eltern, Lebensgemeinschaften, Kommunen, usw.) und in den Daseinsgrundfunktionen und ihren Ausprägungen (Wohnen, Freizeit, Arbeiten, Mobilität, Konsum, usf.). In letzter Konsequenz bleiben die Lernbausteine an dieser Stelle offen: sie fördern und unterstützen die Kreativität bis hin zum gesellschaftlichen und politischen Handeln, ohne inhaltlich preskriptiv zu sein. Die Offenheit wiederum ist Voraussetzung für individuelles, an den lokalen und regionalen Bedürfnissen ausgerichtetes, in der kindlichen Lebenswirklichkeit nachvollziehbar wirkungsvolles Gestalten und Handeln vor Ort.

Lernmaßnahmen

Der Einzelthemenkanon eines Lernbausteins wird in durchschnittlich 100 Lernmaßnahmen des betreffenden Bausteins bearbeitet. Die Maßnahmen sensibilisieren Grundschulkinder für Belange des Klimawandels und Klimaschutzes, motivieren Gestaltungsoptionen für eigenes klimabewusstes Handeln in der kindlichen Lebenswirklichkeit auf und ermuntern, Handlungsoptionen für eine bessere Zukunft zu entwickeln und selbst verantwortlich wahrzunehmen. Aufgrund des breiten Methodenspektrums reichen die Maßnahmen von der Herstellung von Unterrichts- und Anschauungsmaterialien über experimentelle und explorative Einheiten zum Nachvollziehen und Entwickeln von Sinnzusammenhangen und über Möglichkeiten der außenwirksamen Dokumentation und Präsentation von Ergebnissen bis zu Anleitungen für Aktivitäten und Aktionen. Der Methodenkanon umfasst vierzig Einzelmethoden von wissensintensiver Förderung bis hin zu spielerischem Einüben, von künstlerisch-musischen Schwerpunkten bis hin zu Bewegungsspielen, von individuellen Förderschwerpunkten bis zu intensiven Lern- und Erlebnisprozessen komplexer Aufgaben in Gruppen und Gemeinschaften unterschiedlicher Stärke.

Eine Lernmaßnahme umfasst je nach Thema und Komplexität eine oder mehrere Lerneinheiten von in der Regel 45 Minuten. Maßnahmen, die für den Nachmittagsunterricht gedacht sind, sind für zwei oder mehr Lerneinheiten ausgelegt. Die Vor- und Nachbereitungszeiten, Aufwände, organisatorische und personelle Rahmenbedingungen, Voraussetzungen und Konsequenzen sind ebenso beschrieben wie je nach Thema Hintergrundinformationen für pädagogische Fachkräfte und Betreuer. Bei Einbindung außerschulischer Lernorte fließen in Durchführungshinweisen Erfahrungen und Bewertungen aus Pilotanwendungen besonders mit ein.

Kombinierbarkeit

Maßnahmen können zu Reihen und vertiefenden Blöcken kombiniert werden, etwa für Ferienfreizeiten oder bei Projektwochen und zur Vorbereitung und Durchführung Schulfesten. Neben den angegebenen Vorschlägen können Maßnahmen grundsätzlich frei kombiniert werden. Für diesen Fall sind bei der Maßnahmendefinition Korrelationen zu anderen Maßnahmen angegeben, um die Zusammenstellung zu erleichtern.

Es gibt Lernmaßnahmen, die andere Maßnahmen voraussetzen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Materialien, die von Lerngruppen hergestellt werden, ge- oder verbraucht werden. Diese Dependenzen sind in der Maßnahmendefinition besonders gekennzeichnet.

Multiplikatorenschulung

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung zur Einführung des Grundlagenbausteins "Das Klimasystem" in der Natur- und Umweltschutz Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen wurden die vertiefenden Lehr- und Lernmaterialien zum Lernbaustein "Unser Wetter" zur Einführung in Grundschulen des Offenen Ganztages freigegeben. Die Multiplikatorenveranstaltung zur Einführung der Lernbausteine "Unser Wetter" und "Unser Wasser" fand am 30. Mai 2012 im Rahmen der Fortbildungsreihe "Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule — Ein Lernmodul zum Klimawandel und Klimaschutz" in der Natur- und Umweltschutz Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen statt.

Die Veranstaltung zeigte insbesondere Möglichkeiten auf, wie das Thema Wetter in Abgrenzung zu Witterung und Klima im Sachkundeunterricht und verzahnt zur Betreuungszeit des Offenen Ganztages vermittelt werden kann. Teamarbeit und wirkungsvolle Methoden zur Vermittlung der Gestaltungskompetenz der Bildung für nachhaltige Entwicklung ermuntern zur Institutionalisierung von zukunftsorientierten Lern- und Forscherwerkstätten an Grundschulen. Der Deutsche Wetterdienst und weitere außerschulische Projektpartner stehen den Projekt- und Netzwerkschulen zur Zusammenarbeit zur Verfügung.

Das aktuelle Jahresprogramm der NUA können Sie hier einsehen. Die Veranstaltung wird unter der Veranstaltungsnummer 095 geführt. Darüber hinaus ist das Projekt offen für weitere interessierte Partner und Schulen.

Internationale Aktionstage der Bildung für nachhaltige Entwicklung

Lernen und erleben wie phantastisch die komplexen Teilsysteme des Klimasystems funktionieren, wie sensibel sie auf Umweltveränderungen reagieren und welchen persönlichen Beitrag ein jeder von uns zum Klimaschutz leisten kann, das verbindet Schulträger, Schulleiter, Lehrer, pädagogische Betreuer, Grundschulkinder und ihre Familien, im Projekt "Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule" mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Das Projekt Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule nahm auch im Jahr 2012 wieder mit einer Veranstaltung an den Aktionstagen der Bildung für nachhaltige Entwicklung teil, die in der Zeit vom 01.09.2012 bis zum 30.09.2012 stattfanden.


Projekt-
broschüre

Die Broschüre zum Projekt Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule finden Sie hier.