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Das Klima einer Region betimmt, wo wir Menschen in ihr in größerer Zahl leben können.
Prof. Dr. Hartmut Graßl

Gestaltungs-
kompetenz

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung als ein zukunftsorientiertes Bildungskonzept

Aktuelle Zukunftsszenarien und Negativbilanzen beschreiben dramatische Veränderungen des Weltklimas. Wollen wir jedoch für soziale Gerechtigkeit und humane Lebensverhältnisse einstehen, so werden wir so manche Form des Wirtschaftens und des Umgangs mit der Natur und Ihren Ressourcen nicht fortsetzen können. An dieser Stelle setzt die UNO mit der Idee der Nachhaltigkeit an und entwickelt bewusst optimistische Visionen der gesellschaftlichen Entwicklung. Eine nachhaltige Entwicklung strebt an, die Bedürfnisse der heutigen Generationen zu sichern und zu verbessern, sowie Chancengleichheit und ein friedliches Miteinander zu schaffen. Gleichzeitig berücksichtigt sie die Lebensqualität kommender Generationen und nimmt dabei das Zusammenspiel von ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und politischer Stabilität in den Blick. Bildung für nachhaltige Entwicklung möchte Menschen zu selbstständigem Handeln im Sinne des Leitbildes der Nachhaltigkeit befähigen. Dazu kann jeder einen Beitrag leisten. Klimawandel, Armut und Unterdrückung sind nur einzelne Beispiele dafür, dass es Not tut verantwortungsbewusst mit Menschen, Umwelt und Ressourcen umzugehen (vgl. Hauff 1987).

Der Frage nach einer erwünschten Zukunft der Welt und ihrer Gestaltung, hat sich das Projekt verschrieben und zeigt auf, wie wirkungsvoll fächerübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten und Verankerung im Schulleben zu nachhaltiger Entwicklung beitragen können. Dazu bietet der Primarbereich mit seinen besonderen Betreuungsformen vielfache Möglichkeiten. Einen wirkungsvollen Ansatz bietet das interdisziplinär angelegte Fach Sachunterricht. Es ermöglicht in besonderer Weise die Entwicklung sinnvoller Projektarbeit und bietet wertvolle Vertiefungsansätze für die Betreuungszeiten im Ganztag. Über diesen speziellen Weg kann die zukunftsorientierte Arbeit an Themen von globaler Bedeutung wichtige Impulse zur Entwicklung des schulischen Leitbildes, des Schulprofils und des Qualitätsprogramms einer Schule bieten und an die Förderbereiche des Ganztages angelehnt werden. Bildung für nachhaltige Entwicklung eröffnet so Möglichkeiten für die Gestaltung der Schule als erweiterten Lernort und fördert Öffnung der Schule hin zum regionalen Umfeld und hinein in die Lebenswirklichkeit von Schülern. Dabei geht es stets um Anwendung von Wissen in konkreten Situationen, um die Auswirkungen des eigenen Handelns einschätzen zu lernen. Zur Ausgestaltung derartiger Lehr- und Lernprozesse wurde das Konzept der Gestaltungskompetenz entwickelt.

Das Konzept der Gestaltungskompetenz
(vgl. sinngemäß: http://www.bne-portal.de)

Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können. Als zentrale Grundlage dieser zukunftsorientierten Bildungsarbeit ist von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit der "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" erarbeitet worden. Über die Kompetenzbereiche Erkennen, Bewerten und Handeln werden Schüler zu vernetztem Denken angeregt und lernen unter der Berücksichtigung globaler Kontexte Entscheidungen zu fällen.

Komponenten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, die gestaltungskompetentes Entscheiden und Handeln ausmachen, sind im Orientierungsrahmen der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beschrieben und als Evaluationskriterien im Projekt verankert. Sie werden in jeder Lernmaßnahme berücksichtigt und mit den Lernzielen des Sachunterrichtes und den Qualitätskriterien des Offenen Ganztages verknüpft. Sie lauten wie folgt:

Kernkompetenz Erkennen:
  • Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung
  • Erkennen von Vielfalt
  • Analyse des globalen Wandels
  • Unterscheidung gesellschaftlicher Handlungsebenen
Kernkompetenz Bewerten:
  • Perspektivenwechsel und Empathie
  • Kritische Reflexion und Stellungnahme
  • Beurteilung von Entwicklungsmaßnahmen
Kernkompetenz Handeln:
  • Solidarität und Mitverantwortung
  • Verständigung und Konfliktlösung
  • Handlungsfähigkeit im globalen Wandel
  • Partizipation und Mitgestaltung.

Im Sinne der Vermittlung dieser Kompetenzen ist Bildung für nachhaltige Entwicklung auf Veränderung angelegt. Sie fordert Kreativität und Handlung und zeigt neue Perspektiven auf. Sie beschränkt sich nicht nur auf Ökologie, sondern bezieht auch Ökonomie und Politik und Kultur in die Reflexion mit ein. Sie verharrt nicht klein im lokalen Raum, sondern operiert im globalen Bezugsrahmen und geht auf die Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse und Entwicklungen ein. Soll also das Ziel des Erwerbs von Gestaltungskompetenz erreicht werden, so ist es sinnvoll, bereits in der Grundschule erste wichtige Schritte dahingehend zu unternehmen.

Multiplikatorenschulung

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung zur Einführung des Grundlagenbausteins "Das Klimasystem" in der Natur- und Umweltschutz Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen wurden die vertiefenden Lehr- und Lernmaterialien zum Lernbaustein "Unser Wetter" zur Einführung in Grundschulen des Offenen Ganztages freigegeben. Die Multiplikatorenveranstaltung zur Einführung der Lernbausteine "Unser Wetter" und "Unser Wasser" fand am 30. Mai 2012 im Rahmen der Fortbildungsreihe "Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule — Ein Lernmodul zum Klimawandel und Klimaschutz" in der Natur- und Umweltschutz Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen statt.

Die Veranstaltung zeigte insbesondere Möglichkeiten auf, wie das Thema Wetter in Abgrenzung zu Witterung und Klima im Sachkundeunterricht und verzahnt zur Betreuungszeit des Offenen Ganztages vermittelt werden kann. Teamarbeit und wirkungsvolle Methoden zur Vermittlung der Gestaltungskompetenz der Bildung für nachhaltige Entwicklung ermuntern zur Institutionalisierung von zukunftsorientierten Lern- und Forscherwerkstätten an Grundschulen. Der Deutsche Wetterdienst und weitere außerschulische Projektpartner stehen den Projekt- und Netzwerkschulen zur Zusammenarbeit zur Verfügung.

Das aktuelle Jahresprogramm der NUA können Sie hier einsehen. Die Veranstaltung wird unter der Veranstaltungsnummer 095 geführt. Darüber hinaus ist das Projekt offen für weitere interessierte Partner und Schulen.

Internationale Aktionstage der Bildung für nachhaltige Entwicklung

Lernen und erleben wie phantastisch die komplexen Teilsysteme des Klimasystems funktionieren, wie sensibel sie auf Umweltveränderungen reagieren und welchen persönlichen Beitrag ein jeder von uns zum Klimaschutz leisten kann, das verbindet Schulträger, Schulleiter, Lehrer, pädagogische Betreuer, Grundschulkinder und ihre Familien, im Projekt "Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule" mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Das Projekt Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule nahm auch im Jahr 2012 wieder mit einer Veranstaltung an den Aktionstagen der Bildung für nachhaltige Entwicklung teil, die in der Zeit vom 01.09.2012 bis zum 30.09.2012 stattfanden.


Projekt-
broschüre

Die Broschüre zum Projekt Prima Klima in der Offenen Ganztagsschule finden Sie hier.